Tag 3 (Alesjaure Fjällstation – 2km vor Sälka, 23km)

Am Morgen packten wir schnellstens unsere sieben Sachen und machten uns auf den Weg, um den Mücken zu entrinnen. Nach 1 bis 2 Stunden erreichten wir einen Bachlauf, der bestens geeignet für ein Frühstück war. Bäche bieten gegenüber Seen den Vorteil, dass ständig frisches Wasser nachkommt und benutztes sofort abfließt. Dadurch kann man an der selben Stelle Spülen, Trinken und Waschen. Nachdem wir unsere Haferflocken mit Milchpulver verdrückt hatten ging es weiter in Richtung des Tjäkta-Pass. Der Weg dorthin war deutlich weiter als wir erwartet hatten. Allerdings wird einem aufgrund der grandiosen Blicke nie langweilig.

Unterwegs finden sich immer wieder nette Stellen, die zu einer Pause einladen. Weiter ging es vorbei an der Tjäkta Fjällstation und einem bereits aufgebauten Checkpoint für den Fjällräven Classic. Kurz vor dem Pass wird die Landschaft immer mondähnlicher. Der Anstieg von Norden ist sehr flach. Man geht über Stunden immer leicht bergauf. Der Pass ist 1200 Meter hoch und bot uns einen wunderbaren Ausblick auf das vor uns liegende Tal.

Nach ausgiebiger Rast und vielen Fotos ging es dann auf der anderen Seite wieder relativ steil bergab. Ursprünglich war unser Plan an diesem Tag noch die Sälka Fjällstation zu erreichen. Aber gegen 19 Uhr mussten wir feststellen dass wir uns nach den bereits gegangenen 24 Kilometern nur noch mühsam vorwärts schleppten. Als sich dann ein schöner Moos- und Grasbedeckter Hügel inmitten des Tals als Zeltmöglichkeit auftauchte überlegten wir nicht lange und bauten unser Camp auf. Der Zeltplatz erwies sich als absoluter Glücksgriff.

Nicht nur der Blick war einzigartig, auch der Boden war wunderbar weich und perfekt zum liegen. Außerdem waren nur sehr wenige Mücken anwesend. Der einzige Wehmutstropfen: das nächste Bächlein war gut 100 Meter vom Zelt entfernt.

Tag 4 (1km vor Sälka – 5km nach Singi, 19km)
Am Morgen des vierten Tages hingen dicke Wolken über den westlichen Bergen des Tals. Aus Angst, dass unsere Zelte nass werden könnten, bauten wir diese zuerst ab und begaben uns dann ein paar Meter den Weg hinunter zum Bach um dort unsere morgendliche Mahlzeit einzunehmen. Nachdem wir gesättigt weitergingen kam uns nach einigen hundert Metern der erste Läufer des Fjällräven Classic entgegen. Entgegen meiner Erwartung waren auch die schnellen Läufer überaus nett und grüßten uns. In meiner Vorstellung war ich davon ausgegangen, dass diese einfach schnell an uns vorbeirennen würden. Zunächst kamen uns nur spärlich Läufer entgegen. Erst 3-4 Stunden später schwoll der Strom der Läufer merklich an. Nach nur wenigen Kilometern erreichten wir die Sälka Fjällstation. Diese liegt an einem größeren Fluss den wir als Bademöglichkeit wahrnahmen. Im Laufe des Tages stiegen die Temperaturen immer weiter, so dass wir gegen Mittag beschlossen eine weitere längere Rast einzulegen. Weiter ging erst wieder gegen 14 Uhr. Auch für diese Rast fanden wir wieder einen wunderschönen, wenn auch sehr kalten Fluss. Der anschließende Teil war sehr wasserarm und häufiger sehnten wir uns ein Bächlein herbei an dem wir uns hätten erfrischen können. Leider geht der Weg bis zur Singi Station über erhöhtes Terrain, weit abseits vom großen Fluss in der Mitte des Tals.

Gegen 17 Uhr erreichten wir dann Singi und machten es uns im Schatten eines Hauses bequem. Kurz darauf kam ein Team deutscher Fjällräven Classic Teilnehmer vorbei und kam mit uns ins Gespräch. Freundlicherweise gaben sie uns eine Runde Cappuccino aus und wir unterhielten uns eine Weile. Nach weiteren 2 Stunden Marsch erreichten wir unseren Zeltplatz. Nachdem wir den ganzen Tag leicht bergab gegangen waren, gab es hier keinen Höhenbonus mehr und die Mücken schlugen wieder voll zu.

Überhaupt sind die Mücken (und auch die Stechfliegen) die größte Anstrengung. Denn sie verhindern häufig, dass man eine gemütliche Pause einlegen kann um sich richtig auszuruhen.

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