Es ist zwar schon 1,5 Jahre her, aber jetzt finde ich endlich mal die Motivation einen detaillierteren Bericht über unsere Kanutour (Femund, Isteren, Trysilelva) im August 2007 zu schreiben.Die Anreise fand mittels PKW statt. Dieser war mit 2 Grabner Outsides und Verpflegung für geplante 3 Wochen randvoll gepackt. Zunächst ging es über die Öresundbrücke und Oslo nach Trysil, und dann weiter in ein kleines Dörfchen namens Sorken. Dort gibt es einen Campingplatz (Femund Canoe Camp), auf dem wir unser Auto die ganze Zeit über haben stehen lassen. Wir kamen nach 24 Stunden Fahrt am frühen Abend an. Erst kam uns der Campingplatz sehr ungemütlich und kalt vor, was vermutlich vor allem der langen Fahrt zu schulden ist. Dementsrechend unmotiviert bauten wir die Zelte auf und bereiteten uns etwas zu Essen.Eigentlich wollten wir direkt am Tag nach der Ankunft starten. Aber uns fielen noch ein paar Dinge ein, die wir noch einkaufen wollten. So vertrieben wir uns den ersten Tag mit Paddelübungen und einer Fahrt zum Supermarkt, der etwa 20 Kilometer entfernt war.

Am 3. Tag ging es dann endlich los. Zuerst wollten wir eine wenige Tage lange Tour auf dem Femundsee drehen. Dann wollten wir zum Campingplatz zurückkehren, unsere Vorräte auffrischen und in Richtung Trysilelva aufbrechen. Vom Campingplatz zum See fährt man ein paar hundert Meter auf einem kleinen Flüsschen. Als wir am See ankamen mussten wir aber feststellen, dass ein starker Sündwind wehte. Mit unseren, hauptsächlich auf Wildwasser ausgelegten Schlauchbooten, war ein Ankommen dagegen kaum möglich. Um uns nicht zu weit vom Wind nach Norden abtreiben zu lassen und später die ganze Strecke wieder gegen den Wind zurückrudern zu müssen, beschlossen wir zuerst die Trysilelva hinunter zu fahren, und später unter Umständen noch ein paar Tage auf dem Femund zu verbringen. Deshalb gingen wir zu Fuß noch einmal kurz zum Auto zurück und holten unsere restlichen Vorräte.


Unsere beiden Boote warten auf weiteres Gepäck … z.B. Helme

Als wir dann alles hatten, paddelten wir eine gute Stunde lang gegen den ziemlich starken Wind an. Dabei schlugen uns fast 50cm hohe Wellen entgegen. Ziemlich erschöpft erreichten wir eine Halbinsel, die sehr schön war. In der Mitte der Halbinsel befand sich ein Teich, der diese fast komplett ausfüllt. Wir fragten dort wohnende Leute ob wir eine Nacht campen dürfen, was uns erlaubt wurde.

Den Nachmittag verbrachten wir mit Lageraufbau, Angeln, sammeln von Blaubeeren. Das Wetter war bis dahin eigentlich schön, aber relativ kalt (ich schätze nicht mehr als 15°, was sich bei dem Wind deutlich kälter anfühlte). Zum Angeln kann man übrigens vor Ort in den meisten Läden Genehmigungen kaufen.

Unser Lager bestand aus zwei Zelten und einem Tarp. Nich vergessen sollte man Wäscheleinen. Diese wurden von Camp zu Camp immer voller. Gekocht haben wir meistens mit einem Spirituskocher, wenn Holz zur Verfügung war, auch auf Feuer. Offiziell ist es um diese Jahreszeit noch verboten ein Feuer zu machen, aber nachdem es die Tage davor viel geregnet hatte, meinten auch die Campingplatzbesitzer, dass es recht ungefährlich wäre. Zum Feuer machen darf man nur herumliegendes Holz benutzen, und nichts absägen oder brechen. Zelten selbst darf man an sich überall, wie es in Skandinavien sitte ist. Allerdings sollte man sich nicht zu dicht an Häusern, in Gärten oder auf Äckern niederlassen, um die Bewohner nicht zu stören (ansonsten fragen).

Am nächsten Morgen zeigte sich das Wetter von der schönsten Seite. Es war total windstill, und der See lag spiegelglatt da.


Der Femundsee …


… und der Teich in unserer Halbinsel (hinten ist unser Lager zu erkennen).Gegen 13 Uhr hatten wir alles zusammengepackt und fuhren weiter. Da immernoch kein Wind wehte, knoteten wir die beiden Boote zusammen und fuhren in einer Art Katamaran über den See in Richtung des Ausflusses aus dem See. Da wir erst am späten Nachmittag ankamen, beschlossen wir die Glöta an diesem Tag nicht mehr zu befahren. Wir gingen an einem wunderbar weißen Sandstrand an Land. Kaum hatten wir das erste Tarp aufgespannt fing es an zu Regnen.


Mit dem Regen kam auch der Wind wieder. Die nächsten zwei Tage verbrachten wir auf diesem Platz, weil uns das Wetter für eine Wildwasserpartie ungeeignet schien. In der Zeit erkundeten wir die Glöta zu Fuß.


Nachdem wir 2 Tage warteten, und sich das Wetter nicht besserte, beschlossen wir trotzdem aufzubrechen. Da der Ausfluss aus dem Femund das schwierigste Stück der Glöta (Verbindung zwischen Femund und Isteren) darstellte, fuhren wir ohne Gepäck und nur mit Badekleidung, Helm und Weste. Letztendlich erwies sich das als gute Entscheidung, da der Bauch beider Boote bekanntschaft mit dem Wasser machte. Nachdem wir uns wieder sortiert und eingeladen hatten, ging es mit Gepäck weiter. Leider war das Boot mit dem Essen noch zu schwer beladen und setze ein paar mal auf Steinen auf, und die Crew ging samt Gepäck noch weitere 2 Mal baden. Einmal war das Gepäck nicht ausreichend gesichert, so dass wir mit dem anderen Boot, welches glücklicherweise die Vorhut bildete, ein paar Ausrüstungsgegenstände auffangen mussten. Nass und eiskalt kamen wir auf dem Isteren an und schlugen an der nächstbesten Stelle das Lager auf.

Der nächte Tag entschädigte für alles. Eitel Sonnenschein und gute 20° waren das beste Wetter, welches wir auf unserer Tour erlebten. Wir verbrachten den Tag mit einer Wanderung zum nächsten Dorf mit Einkaufsmöglichkeit. Wir waren den gesamten Tag unterwegs. Den folgenden Tag erholten wir uns von der Wanderung.


Unsere Wäscheleine nach der Fahrt auf der Glöta.


Hier machten wir auch unsere erste persönliche Bekanntschaft mit den Rentieren.


Abendstimmung am Isteren, die Sonne ging erst nach 10 unter.

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