Tag 5 (5km Nach Singi – Teusajaure, 17km)
Mal wieder hieß es zuerst Zelte abbauen und dann eine geeignete Stelle für das Morgenprogramm finden. Das Tal war an der Stelle sehr schmal und der Weg führt direkt am Fluss entlang. Nach einigen hundert Metern bot sich eine große Felsplatte an, die ins Wasser reinragte und erstaunlich Mückenfrei war. Dann ging es in Richtung Kaitumjaure. Je tiefer man kommt, desto dichter wird die Vegetation wieder. Unten am See läuft man wieder durch einen Wald.

Allerdings muss man hinter dem See wieder die nächste Anhöhe erklimmen über die sich der Weg eine ganze Weile hinzieht. Auf einmal öffnete sich vor uns ein steiles Tal in dem der See Teusajaure liegt. Der Abstieg ist mit den großen Rucksäcken relativ anstrengend.

Unten angekommen gab es zunächst auf einer Kiesbank ein Abendessen. Nachdem wir aber dieses mal nicht im Mückengebiet übernachten wollten, entschlossen wir uns über den See zu paddeln und den Weg auf den nächsten Hügel weiterzugehen.

Wir hofften dass es dort oben durch Wind und Höhe Mückenfrei ist. Leider stellte sich unsere Annahme als falsch heraus. Zunächst sah noch alles gut aus. Doch nach wenigen Minuten sammelten sich riesige Horden an Stechfliegen in unseren Windschatten und dem unserer Zelte. Diese kleinen Fliegen sind noch schlimmer als Mücken. Sie kommen in viel größeren Schwärmen vor und dringen aufgrund ihrer geringen Größe auch gerne in Nase, Mund, Augen und Ohren ein.

Tag 6 (Teusajaure-Vakkotavare, 15km)

Mehr als ein schnellstart war wieder nicht drin. Der Weg geht wieder ziemlich lange gerade aus über eine Hochebene. Nachdem man den höchsten Punkt überschritten hat, öffnet sich ein gigantischer Blick auf den Nationalpark Störa Sjöfallet mit seinen Schnee- und Gletscherbedeckten Bergen. Leider zogen bei uns viele Wolken auf.

Auf den letzten Kilometern merkten wir zunehmend die bereits gegangenen über 100 Kilometer in unseren Beinen. Als wir an der Bushaltestelle an der Vakkotavare Fjällstation ankamen, waren wir alle froh es geschafft zu haben.

Fazit
Zeitraum: 6 Tage
Gepäck: anfangs ~20kg/Person
Schwierigkeiten: Mücken!!
Strecke: 110km, von Abisko nach Vakkotavare
Besonders lohnenswert: Abisko Nationalpark, Tjäktapass

Eine vollständige Galerie mit weiteren Bilder findet sich unter Galerien

Es ist zwar schon 1,5 Jahre her, aber jetzt finde ich endlich mal die Motivation einen detaillierteren Bericht über unsere Kanutour (Femund, Isteren, Trysilelva) im August 2007 zu schreiben.Die Anreise fand mittels PKW statt. Dieser war mit 2 Grabner Outsides und Verpflegung für geplante 3 Wochen randvoll gepackt. Zunächst ging es über die Öresundbrücke und Oslo nach Trysil, und dann weiter in ein kleines Dörfchen namens Sorken. Dort gibt es einen Campingplatz (Femund Canoe Camp), auf dem wir unser Auto die ganze Zeit über haben stehen lassen. Wir kamen nach 24 Stunden Fahrt am frühen Abend an. Erst kam uns der Campingplatz sehr ungemütlich und kalt vor, was vermutlich vor allem der langen Fahrt zu schulden ist. Dementsrechend unmotiviert bauten wir die Zelte auf und bereiteten uns etwas zu Essen.Eigentlich wollten wir direkt am Tag nach der Ankunft starten. Aber uns fielen noch ein paar Dinge ein, die wir noch einkaufen wollten. So vertrieben wir uns den ersten Tag mit Paddelübungen und einer Fahrt zum Supermarkt, der etwa 20 Kilometer entfernt war.

Am 3. Tag ging es dann endlich los. Zuerst wollten wir eine wenige Tage lange Tour auf dem Femundsee drehen. Dann wollten wir zum Campingplatz zurückkehren, unsere Vorräte auffrischen und in Richtung Trysilelva aufbrechen. Vom Campingplatz zum See fährt man ein paar hundert Meter auf einem kleinen Flüsschen. Als wir am See ankamen mussten wir aber feststellen, dass ein starker Sündwind wehte. Mit unseren, hauptsächlich auf Wildwasser ausgelegten Schlauchbooten, war ein Ankommen dagegen kaum möglich. Um uns nicht zu weit vom Wind nach Norden abtreiben zu lassen und später die ganze Strecke wieder gegen den Wind zurückrudern zu müssen, beschlossen wir zuerst die Trysilelva hinunter zu fahren, und später unter Umständen noch ein paar Tage auf dem Femund zu verbringen. Deshalb gingen wir zu Fuß noch einmal kurz zum Auto zurück und holten unsere restlichen Vorräte.


Unsere beiden Boote warten auf weiteres Gepäck … z.B. Helme

Als wir dann alles hatten, paddelten wir eine gute Stunde lang gegen den ziemlich starken Wind an. Dabei schlugen uns fast 50cm hohe Wellen entgegen. Ziemlich erschöpft erreichten wir eine Halbinsel, die sehr schön war. In der Mitte der Halbinsel befand sich ein Teich, der diese fast komplett ausfüllt. Wir fragten dort wohnende Leute ob wir eine Nacht campen dürfen, was uns erlaubt wurde.

Den Nachmittag verbrachten wir mit Lageraufbau, Angeln, sammeln von Blaubeeren. Das Wetter war bis dahin eigentlich schön, aber relativ kalt (ich schätze nicht mehr als 15°, was sich bei dem Wind deutlich kälter anfühlte). Zum Angeln kann man übrigens vor Ort in den meisten Läden Genehmigungen kaufen.

Unser Lager bestand aus zwei Zelten und einem Tarp. Nich vergessen sollte man Wäscheleinen. Diese wurden von Camp zu Camp immer voller. Gekocht haben wir meistens mit einem Spirituskocher, wenn Holz zur Verfügung war, auch auf Feuer. Offiziell ist es um diese Jahreszeit noch verboten ein Feuer zu machen, aber nachdem es die Tage davor viel geregnet hatte, meinten auch die Campingplatzbesitzer, dass es recht ungefährlich wäre. Zum Feuer machen darf man nur herumliegendes Holz benutzen, und nichts absägen oder brechen. Zelten selbst darf man an sich überall, wie es in Skandinavien sitte ist. Allerdings sollte man sich nicht zu dicht an Häusern, in Gärten oder auf Äckern niederlassen, um die Bewohner nicht zu stören (ansonsten fragen).

Am nächsten Morgen zeigte sich das Wetter von der schönsten Seite. Es war total windstill, und der See lag spiegelglatt da.


Der Femundsee …


… und der Teich in unserer Halbinsel (hinten ist unser Lager zu erkennen).Gegen 13 Uhr hatten wir alles zusammengepackt und fuhren weiter. Da immernoch kein Wind wehte, knoteten wir die beiden Boote zusammen und fuhren in einer Art Katamaran über den See in Richtung des Ausflusses aus dem See. Da wir erst am späten Nachmittag ankamen, beschlossen wir die Glöta an diesem Tag nicht mehr zu befahren. Wir gingen an einem wunderbar weißen Sandstrand an Land. Kaum hatten wir das erste Tarp aufgespannt fing es an zu Regnen.


Mit dem Regen kam auch der Wind wieder. Die nächsten zwei Tage verbrachten wir auf diesem Platz, weil uns das Wetter für eine Wildwasserpartie ungeeignet schien. In der Zeit erkundeten wir die Glöta zu Fuß.


Nachdem wir 2 Tage warteten, und sich das Wetter nicht besserte, beschlossen wir trotzdem aufzubrechen. Da der Ausfluss aus dem Femund das schwierigste Stück der Glöta (Verbindung zwischen Femund und Isteren) darstellte, fuhren wir ohne Gepäck und nur mit Badekleidung, Helm und Weste. Letztendlich erwies sich das als gute Entscheidung, da der Bauch beider Boote bekanntschaft mit dem Wasser machte. Nachdem wir uns wieder sortiert und eingeladen hatten, ging es mit Gepäck weiter. Leider war das Boot mit dem Essen noch zu schwer beladen und setze ein paar mal auf Steinen auf, und die Crew ging samt Gepäck noch weitere 2 Mal baden. Einmal war das Gepäck nicht ausreichend gesichert, so dass wir mit dem anderen Boot, welches glücklicherweise die Vorhut bildete, ein paar Ausrüstungsgegenstände auffangen mussten. Nass und eiskalt kamen wir auf dem Isteren an und schlugen an der nächstbesten Stelle das Lager auf.

Der nächte Tag entschädigte für alles. Eitel Sonnenschein und gute 20° waren das beste Wetter, welches wir auf unserer Tour erlebten. Wir verbrachten den Tag mit einer Wanderung zum nächsten Dorf mit Einkaufsmöglichkeit. Wir waren den gesamten Tag unterwegs. Den folgenden Tag erholten wir uns von der Wanderung.


Unsere Wäscheleine nach der Fahrt auf der Glöta.


Hier machten wir auch unsere erste persönliche Bekanntschaft mit den Rentieren.


Abendstimmung am Isteren, die Sonne ging erst nach 10 unter.

Die nächsten Tage verbrachten wir in 3 weiteren Lagern auf dem Isteren. Einmal bestiegen wir einen Berg zwischen Isteren und Femund.Von dort hatten wir eine gute Aussicht auf die beiden Seen.


Auf einer Hochebene, vor uns der Zielgipfel


Femund


Isteren


Ein anderer Tag zeichnete sich dadurch aus, dass er der Wolkenverhangeste in unserer Zeit dort war.

Immerhin hat es nicht viel geregnet, es war “nur” bewölkt. Aber es ging den ganzen Tag so. Das war gleichzeitig unsere letzte Nacht am Isteren. Am folgenden Tag sind wir auf den Trysilelven, bis zum Einfluss der Sölna gefahren. Da wir auch an diesem Tag recht spät aufgebrochen waren, und wir unbedingt noch den Einfluss der Sölna erreichen wollten, waren wir bis 8 Uhr abends auf den Booten unterwegs. Der Grund für die längere Fahrt war die geplante Besteigung des Sölentoppen, den man entlang der Sölna erreicht.Weil es bereits dunkel war, als endlich die Zelte aufgebaut waren, gab es nur noch eine Suppe zum Abendessen. Dann begann das Warten auf gutes Wetter für die Besteigung. Der 2. Tag am Trysilelven begann zuerst regnerisch, gegen Nachmittag wurde das Wetter aber besser. Am Nachmittag erkundeten wir die Gegend. Der nächste Tag begann gleich so, wie der vorige aufgehört hatte, deswegen beschlossen wir aufzubrechen. Zunächst führte uns unser Weg entlang der Sölna. Dort kommt man auf nicht markierten Trampelpfaden recht gut voran.


Nach knapp 2 Stunden kamen wir am Sölensjöen an, dem See am Fuße des Sölentoppen. Von dort bogen wir vom Ufer ab und gingen querfeldein. Dank dem recht steinigen Gelände kommt man ganz gut vorwärts.


Der Sölensjöen


und der Sölentoppen, das ist der spitze Berg in der Mitte. Insgesamt hatten wir rund 1000 Höhenmeter zu überwinden. Kurz vor dem Anstieg gab es noch einmal eine Erfrischung. Das Wasser kann man übrigens überall aus allen Seen und Flüssen trinken.
Danach ging es dann steil bergauf!


Zwischendurch gab es auf einem Sattel eine Pause vor grandioser Kulisse. Dort ließen wir unsere Rucksäcke zurück und gingen den Rest ohne Gepäck zum Gipfel.

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Bitte entschuldigt die etwas seltsam dreinschauenden Gesichter, denn wir waren hauptsächlich mit Essen beschäftigt.


Blick vom Gipfel den Nordhang hinunter.

Auf dem Rückweg hatten wir uns leider für einen Weg über einen Hügel entschieden. Nach einer Zeit gelangten wir aber in ein Geröllfeld mit riesigen Felsen, so dass wir immer von Fels zu Fels springen mussten, was über mehrere Stunden sehr anstrengend ist. Am Abend erreichten wir gegen viertel 10 total erschöpft wieder unseren Zeltplatz.

Am Tag darauf begann unsere letzte Etappe (zu dem Zeitpunkt noch nicht ganz klar, da wir die Option hatten zu verlängern) auf der Trysilelva.

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Gruppenbild vor der letzten Etappe

Die letzte Etappe führte uns noch einmal über einige spannende Wildwasserstellen. Zwischen WW II und WW III+ war alles dabei. Die gefährlichste Stelle war dabei relativ unspektakulär, da sie lediglich aus einer Walze über fast die gesamte Flussbreite bestand. Sicherheitshalber fuhr unser erfahreneres Team die beiden Boote über diese kurze Strecke.

Unsere Fahrt endete dann mit einer letzten Wasserrutsche am Elvbrufossen. Der Fluss zwängt sich dort unter einer Brücke durch, weswegen man auch gut Fotos machen kann.

Technisch war die Stelle eher einfach, da die Trysilelva zu dem Zeitpunkt relativ wenig Wasser führte. Es hat aber riesig Spaß gemacht.

Am nächsten Tag trampte ein Team zum Auto und wir fuhren am frühen Nachmittag wieder richtung Oslo.

Fazit: Es war eine sehr lohnenswerte Tour. Man braucht keine besondere Ausrüstung, sollte aber doch auf einige Eventualitäten vorbereitet sein. Vor allem lohnt es sich, alles zum Leben notwendige dabei zu haben. Dazu gehören zum Beispiel auch Müllsäcke, um den selbst produzierten Müll wieder mitzunehmen. Es gibt immer wieder Straßen, die man auch zu Fuß innerhalb einiger Stunden erreichen kann. Von dort aus kann man notfalls auch mal zum nächsten Markt oder so trampen. Menschen trifft man unterwegs auf dem Wasser nicht sehr viele. Das Wetter ist häufig sehr wechselhaft, d.h. mit Regenschauern kann man eigentlich täglich rechnen. Allerdings sind die meistens so kurz, dass man nicht einmal richtig nass wird, oder dann schnell wieder trocknet. Wenn ein Wind weht, was häufig an den Seen der Fall ist, dann kann es gefühlt relativ kalt werden. Über einigermaßen warme Kleidung (uns fehlten zum Beispiel Mützen) freut man sich dann.

Nachtrag: Manchmal schreibe ich Trysilelva, manchmal Trysilelven. Das ist ein und der selbe Fluss.